Die Vorteile der Wasserkraft sind wissenschaftlich belegt


«Eine nachhaltige Entwicklung erfüllt die heutigen Bedürfnisse der Bevölkerung, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.»


Wasserkraft ist 3fach nachhaltig

Nachhaltigkeit wird oft gleichgesetzt mit umweltgerecht. Doch eine nachhaltige Entwicklung ist weit mehr, wie die Definition im Brundtland-Report von 1987 zeigt: Es geht darum, unsere Existenzgrundlagen in ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlich-sozialer Hinsicht zu erhalten.

Wasserkraft belegt im ökologischen Vergleich einen Spitzenplatz

Natürlich und erneuerbar

Wasserkraft ist erneuerbare Energie und trägt dank dem geringen Ressourcenverbrauch wesentlich zur Nachhaltigkelt der Stromerzeugung bei.

Viel Energie mit wenig Energieaufwand

Die Wasserkraft hat einen hohen energetischen Erntefaktor. Als Erntefaktor bezeichnet man das Verhältnis der gewonnenen Energie zur Energie, die für den Bau und Betrieb einer Anlage eingesetzt worden ist. Bei der Wasserkraft liegt der Erntefaktor in der Grössenordnung von 150 bis 250 : 1. Das heisst: Pro eingesetzte Einheit Energie können Wasserkraftwerke bis zu 250 Einheiten Strom erzeugen. Im Vergleich dazu liegt der Erntefaktor bei kleinen Windenergieanlagen bel 30 : 1. Und bei Fotovoltaik-Anlagen 3 bis 6 : 1.

Saubere Luft dank Wasserkraft

Die Emission von Treibhausgasen (C02, Methan, Lachgas und 19 weitere Gase) führt zum sogenannten Treibhauseffekt. Mit Abstand am meisten Treibhausgase produzieren die fossilen Energieträger. Durch vorgelagerte Prozesse (z.B. Bau der Anlagen) ist auch die erneuerbare Stromproduktion mit gewissen Treibhausgas-Emissionen verbunden. Bei der alpinen Wasserkraft sind sie aber derart gering, dass Wasserkraftwerke annähernd als CO2frei bezeichnet werden können.

Ökologischer Vergleich spricht für sich

Die verschiedenen Stromproduktionsarten wirken sich unterschiedlich auf die Natur aus. Entsteht bei den einen mehr C02, verbrauchen andere mehr «naturbelassene Gebiete». Damit verschiedene Stromproduktionsarten bezüglich ihrer ökologischen OuaIität bewertet werden können, braucht es einen Massstab, der für alle anwendbar ist. In der Praxis wird häufig mit den beiden Bewertungsmassstäben Umweltbelastungspunkte und eco-indicator 95 gearbeitet. Die Stromproduktion aus Wasserkraft weist nach beiden Massstäben einen im Vergleich zu den übrigen Stromproduktionsarten tiefen, also vorteilhaften Wert auf. Nur Windkraftwerke erreichen einen annähernd so guten Wert. Alle anderen Stromproduktionsarten belasten die Umwelt um ein Mehrfaches stärker.

Gesellschaftliche Belastung (Externe Kosten)

Menschliches Handeln verändert die Lebensbedingungen für die Gesellschaft. Beispielsweise verursacht die Emission von Luftschadstoffen Schäden an Gebäuden oder gefährdet die Gesundheit von Menschen. Die Kosten für die Beseitigung dieser Schäden - die sogenannten externen Kosten - werden nicht über den Energiepreis bezahlt. Sie müssen vom Staat oder durch die Geschädigten gedeckt werden. Durch den Verbrauch von naturbelassenen Gebieten für den Bau von Stromerzeugungsanlagen entsteht der Gesellschaft ein Verlust, für den sie niemand entschädigt. Wissenschaftler haben versucht, diese Verluste und ungedeckten Kosten zu beziffern. Dazu werden zum Beispiel die Kosten geschätzt, die zur Beseitigung der durch die Luftverschmutzung verursachten Schäden an den Gebäuden anfallen, oder es wird ermittelt, welchen Betrag jeder Einzelne zu leisten bereit ist, um Flächen und biologische Lebensgemeinschaften vor der Nutzung für Wasserkraft zu schützen. Gemäss neuesten Studien aus der Schweiz müsste Strom aus Wasserkraft mit einem Preiszuschlag von 0,2 bis 1,0 Cents belastet werden, um die verursachten Landschaftsverluste und Umweltkosten zu decken. Etwa gleich hoch müsste der Preiszuschlag für Wind sein. Bei allen anderen Stromerzeugungsformen wäre ein mindestens doppelt so hoher Preiszuschlag nötig.

Gesellschaftlicher Nutzen

In den vergleichenden Bewertungen wird bisher der Nutzen für die Gesellschaft noch nicht bewertet. Durch die Eingriffe in die Landschaft werden zwar naturbelassene Gebiete verbraucht - trotz der Massnahmen, die für einen möglichst schonenden Eingriff getroffen werden. Doch bewertet man auch die positiven Auswirkungen, wie zusätzliche Erholungsräume, Hochwasserschutz oder Entstehung von neuen Naturschutzgebieten und biologischen Lebensgemeinschaften, so reduziert sich die Gesamtbelastung der Gesellschaft. Die ökologische Spitzenposition der Wasserkraft im Vergleich mit anderen Stromerzeugungsarten wird noch deutlicher.

Wasserkraft hat messbare technische Vorteile

Die Stromkunden erwarten von ihrem Lieferanten jederzeit Strom in ausreichender Qualität. Die Wasserkraft hilft den Stromverkäufern, diese Qualität zu garantieren.

Wirkungsgrad im Vergleich

Wirkungsgrad

Wasserkraftanlagen weisen die höchsten Wirkungsgrade in der Produktion von elektrischer Energie auf: rund 90%

Tabelle

Schneller Lastausgleich

Speicherkraftwerke eignen sich besonders gut zum Lastausgleich, d.h. zum Ausgleich der Abweichungen von Produktion und Bedarf. Schnellt am Morgen, Mittag oder Abend der Stromverbrauch in die Höhe, so kann die Wasserkraft diese Spitzen am schnellsten ausgleichen und Leistung ins Netz einspeisen.

Leistungsänderungs-Geschwindigkeil im Vergleich:

  • Speicherkraftwerke Bis mehrere 100 MW/min

  • Gasturbinen 1-11 MW/min, je nach Anlage

  • Gas-Kombi-/Ölthermische Kraftwerke etwa 10 MW/min

  • Kernkraftwerke etwa 10 MW/min

Je schneller auf Laständerungen Im Netz reagiert werden kann, umso kleiner sind die Abweichungen in der Frequenz. Wasserkraft ist somit auch bestens geeignet für Aufgaben der Netzregelung. Diese Vorzüge besitzen insbesondere auch Pumpspeicherkraftwerke, die es dadurch ermöglichen, thermische Kraftwerke technisch und ökologisch optimal zu betreiben.

Speicherbarkeit

Strom aus Wasserkraft ist «speicherbare» Reserve. Speicher- und Pumpspeicheranlagen erlauben die kurzzeitige In- oder Ausserbetriebnahme von Kraftwerksgruppen bei Störungen für den Lastausgleich und für die Abdeckung des im Tagesverlauf schwankenden Energiebedarfs. Zudem speichern Stauseen im niederschlagsreichen Frühling und im Sommer Wasser für die Stromproduktion im zuflussarmen Winter.

Schnelle Verfügbarkeit

Strom aus Speicherkraftwerken ist jederzeit schnell verfügbar. Speicherkraftwerke haben die kürzesten Startzeiten und können auf Knopfdruck am schnellsten Strom ins Netz liefern.

Anfahrtszeiten von Kraftwerken im Vergleich:

  • Speicherkraftwerke 1 - 4 min

  • Gasturbinene 8 - 10 min

  • Gas-Kombianlagen 10 - 180 min

  • Ölthermische Kraftwerke etwa 75 - 300 min

Deshalb eignen sich insbesondere Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke auch am besten, wenn nach einer Grossstörung wieder Strom ins Netz fliessen soll.



©   Lh,  Version 3.0   Juni 2008